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Ein Mann steht im Schatten, angeleuchtet von der Flamme

Das Samhain-Fest, ein Totenfest mit keltischen Wurzeln

Samhain-Fest – der irisch-gälische Vorläufer von Halloween

Der heutige Teil unserer Serie „Totenfeste weltweit“ führt uns zu den Kelten.

Das keltische Neujahr begann in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Die Menschen waren davon überzeugt, dass in dieser Nacht des Übergangs die Toten zurückkommen würden, um sich an den Lebenden zu rächen. Aus diesem Grund verkleidete man sich mit Masken, Schleiern und gruseligen Bemalungen, die abschrecken sollten. Außerdem glaubten die Kelten, dass sie so von den Toten nicht erkannt werden. Heute kann man das Samhain-Fest des Glasnevin Museums in Dublin besuchen, um zu sehen wie die Kelten den Beginn des dunklen Halbjahres feierten.

Zudem symbolisiert das Fest die letzte Ernte, bei der der Sommer und somit das helle Halbjahr mit einem Feuer verabschiedet und das dunkle Halbjahr begrüßt wird. In dem Feuer, welches von einem Druiden gesegnet und von der Dorfgemeinschaft entfacht wurde, befanden sich Viehknochen. Jede Familie entzündete aus dem Knochenfeuer ein weiteres Feuer in ihren Häusern. Dies sollte die Dorfgemeinschaft stärken.

Ein Lagerfeuer brennt auf einem Hütgel

Totenfeste weltweit

Wir finden es ist eine beruhigende und schöne Vorstellung, dass uns die Menschen, die uns geliebt und gemocht haben, auch nach unserem Tod nicht vergessen. Und wir wissen, dass es vielen genauso geht, denn das Erinnern macht uns in gewisser Weise unsterblich. Das ist sicher auch der Grund, warum es auf der ganzen Welt und in allen Kulturen Totenfeste gibt. Sie sind oft bunt und schön, manchmal schaurig. Aber in jedem Fall zeigen sie uns, dass es gut ist, den Verstorbenen einen Platz im Leben einzuräumen. Deshalb möchten wir heute mit einer kleinen Serie über Totenfeste auf der ganzen Welt beginnen.

Famadihana

Ein Ritual der Malagasystämme auf Madagaskar

Bei diesem Totenfest werden die Knochen der Verstorbenen ausgegraben und in Tücher gewickelt, um dann mit ihnen zu tanzen. Kennt man den Hintergrund des „Drehens der Knochen“ nicht, mag das fremd erscheinen. Aber die Malagasystämme sind davon überzeugt, dass die Toten erst ins Jenseits gehen können, wenn ihre sterblichen Überreste vollständig zersetzt sind – also auch die Knochen. Es kann also viele Jahre dauern, bis bei den Ausgrabungen nichts mehr gefunden wird und die Toten endlich ruhen können. Die Famadihana ist ein großes Familienfest, bei dem Musik gespielt und gegessen wird. Meist wird es dann veranstaltet, wenn es etwas Großes zu feiern gibt, bei denen die lebenden Angehörigen der Ansicht sind, dass die Verstorbenen daran teilhaben sollen.

Die Prozedur wird mindestens alle zehn Jahre ausgeführt und von jeder Familie in einem anderen Rhythmus gefeiert. Nachdem die Überreste des Verstorbenen ausgegraben und eine Runde mit ihnen getanzt wurde, finden sie in neue Leichentücher gewickelt und vergraben wieder Ruhe bis zum nächsten Tanz.

Famadihana