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Ein Wkingerlangschiff wird im Rahmen des Up Helly Aa verbrannt.

Totenfeste weltweit – auf zu den Shetland-Inseln

Up Helly Aa Fire Festival – feiern wie die Wikinger

In unserer Serie Totenfeste weltweit befinden wir uns wieder in Europa, wo wir euch in diesem Blogbeitrag das Up Helly Aa Fire Festival vorstellen möchten, ein Fest der Wikinger.

Fackellauflauf im Rahmend es Up Helly Aa Festivals.

Immer am letzten Dienstag im Januar verkleiden sich die Bewohner der Shetland-Inseln und feiern Up Helly Aa, ein Fest welches seinen Ursprung im 19. Jahrhundert hat. Schon Monate vorher beginnen die Vorbereitungen für dieses traditionelle Fest mit dem Bau eines prächtigen Wikinger-Langschiffs. Wenn dann am Tag von Up Helly Aa die Sonne untergeht, werden die Straßenlaternen von Lerwick gelöscht und statt dessen Fackeln entzündet. Unter stimmungsvollem Schlachtgesang ziehen tausende als Wikinger verkleidete Menschen das Schiff, mit dem darauf thronenden Jarl (Graf), zum Wasser. Hier wird es, wie es in einem nordischen Begräbnis der Wikinger üblich war, den Flammen geopfert.

Das stimmungsvolle Up Helly Aa ist das größte Festival der Shetland-Inseln – nicht nur für Wikinger-Fans ein tolles Erlebnis! Es wird jährlich in Lerwick, der größten Stadt der Inseln, gefeiert.

Die strahlende Sonne wird von leichten Wolken überdeckt.

Kinderbuchtipp: Der Himmel soll warten

Der Himmel soll warten

Der Verlust eines geliebten Menschen ist nicht nur für Erwachsene sehr schwer zu begreifen und zu verstehen, sondern auch für Kinder. Zudem geht jeder anders mit dem Gefühl der Trauer um – Verzweiflung, Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit, aber auch Wut.

Buchcover von Der Himmel soll warten, geschrieben von Katja Henkel

In dem Buch „Der Himmel soll warten“, geschrieben von Katja Henkel, geht es um die Kinder Julian und Greta, die ihre Großmutter Omalotte verloren haben. Nach dem Tod ihres Vater vier Jahre zuvor, war Omalotte zu einer festen Ansprechpartnerin für die Kinder geworden. Sie lebte mit ihnen zusammen bei ihrer Mutter und hat sich täglich mit um sie gekümmert. Nun ist Omalotte gestorben! Eine Tatsache die sie nicht akzeptieren wollen. Zudem ist noch ein neuer Mann in das Leben ihrer Mutter getreten ist, den sie nicht mögen wollen. Dieser es auch nicht mit coolen Sprüchen schafft, einen Zugang zu den beiden Kindern zu bekommen.

Das Buch beschreibt die Situation der beiden Kinder Julian und Greta, die aus lauter Verzweiflung anfangen sich daneben zu benehmen. So erhoffen sie sich, dass die Großmutter wieder vom Himmel herunterkommt. Sie gehen sogar einen Schwur ein, dass sie die Oma wieder zurück holen. Omalotte befindet sich derweil bereits in der Zwischenwelt und beobachtet das Treiben mit sorgenvollen Blicken. An ihrer Seite der Engel Gustav, der sie eigentlich in den Himmel bringen soll. Doch sie kann noch nicht weiter gehen. Ihr sind aber die Hände gebunden und es gibt keinen Weg für sie zurück zur Erde, um ihren Enkelkindern zur Hilfe zu kommen. Nicht nur Omalotte ist verzweifelt, auch die Erwachsenen sind verzweifelt. Sie wissen nicht was sie noch tun sollen, um den Kinder in ihrer Trauer zu helfen.

Die Lage wird ernst, als Julian und Greta sich an einem winterkalten Abend verlaufen und einschlafen. Daraufhin schickt Gustav den Beiden einen Traum, in dem Omalotte sie küsst. Nur hat dies einen unerwünschten Effekt. Die Kinder denken, dass die Oma noch ganz nah bei Ihnen ist und beschließen, dass die einzige Möglichkeit sie wiederzusehen, ist, dass Julian stirbt. Er stellt sich mit seiner Erkältung auf den Balkon und lässt sich den eiskalten Wind um die Nase wehen. Greta wird mulmig zu Mute und sie vertraut sich dem neuen Freund ihrer Mutter an, zu dem sie über den Zeitraum doch Vertrauen gefasst hat und rettet so ihren Bruder.

Dieses Kinderbuch gibt sehr gut wieder, wie schwer es sein kann, den Verlust eines geliebten Menschen zu akzeptieren – vor allem auch für Kinder, selbst wenn diese bereits Erfahrungen mit dem Tod machen mussten.

Eine rosafarbene Rose liegt auf einem Grabstein.

Religiöse Bestattungsrituale weltweit

Wie verabschiedet man in anderen Teilen der Welt seine Toten?

Diese Frage interessiert uns sehr. Denn wie wir es bereits in einem früheren Blogpost geschrieben haben, ist es ein wichtiger Teil unserer Arbeit, den Hinterbliebenen durch eine schwere Zeit zu helfen. Und da kann es nur helfen, mal zu schauen, wie in anderen Religionen bestattet und getrauert wird.

Verabschiedung der Toten im Judentum

Ein goldenfarbiger Davidstern ist auf einem Mamorgrabstein eingemeißelt.

Im Judentum glaubt man an ein Leben im Jenseits, deshalb bereitet man sich mit Gebeten und dem Bekenntnis der Sünden darauf vor. Ist der Tod eingetreten, wird der Leichnam gewaschen und in ein weißes, langes Gewand gehüllt. In Israel werden die Verstorbenen meist noch am selben Tag beerdigt. Das ist in vielen anderen Ländern nicht möglich, da eine Wartezeit von mindestens 48 Stunden eingehalten werden muss. Männlichen Toten legen die Angehörigen den Gebetsmantel mit in den Sarg. Allerdings werden vorher die Schaufäden entfernt, die seinen Träger zu Lebzeiten an seine religiösen Pflichten erinnerten. Da der Verstorbene wieder eins mit der Erde werden soll, sind Erdbestattungen üblich. Ein jüdisches Grab kann nur einmal belegt und niemals aufgelöst werden, da der Tote darin bleibt, bis zu seiner Auferstehung.

Im Judentum ist es üblich, dass die engsten Angehörigen ein Jahr trauern. Nach der Beerdigung beginnt für die Familie zunächst die Schiwa. Eine siebentägige Trauerzeit, in der man zu Hause bleibt und mit Nachbarn und Freunden für den Verstorbenen betet. Nach dem ersten Trauermonat, dem Schloschim, findet eine Trauerfeier am Grab statt. Und am Ende des Trauerjahres stellt die Familie am Grab des Toten einen Gedenkstein auf.

Wenn das Grab besucht wird, ist es Sitte, einen kleinen Stein auf den Grabstein zu legen. Damit wird gezeigt, dass der Tote nicht vergessen ist.