Bestattungen weltweit – die Reise geht weiter

Die Verabschiedung der Toten im Islam

In unserer Serie „Bestattungen weltweit“ haben wir bereits einen Blick auf das Bestattungsritual im Judentum berichtet. Heute möchten wir euch zeigen, wie die Moslems Abschied von ihren Toten nehmen und sie beerdigen.

Auch im Islam ist es üblich, die Verstorbenen möglichst noch am selben Tag zu beerdigen. Da die Moslems vollständig vor Allah treten sollen, ist eine Feuerbestattung nicht üblich. Mekka

Traditionell wird der Leichnam in ein Leichentuch gewickelt und so zum Grab getragen, wo er direkt in die Erde gelegt wird. Der Kopf soll Richtung Mekka zeigen, zur heiligen Stadt derMuslime. Dann wird das Grab mit Erde aufgefüllt, während Koranverse und religiöse Belehrungen gesprochen werden. Auch im Islam herrscht die ewige Grabruhe – Gräber werden weder weitergegeben noch aufgelöst.

Übrigens ist die Bestattung ohne Sarg in Deutschland häufig nicht erlaubt, weshalb sich streng gläubige Muslime oft nicht hier beerdigen lassen. Nur wenige Friedhöfe bieten die Möglichkeit an sich nach islamischen Brauch bestatten zu lassen. Hierzu gehören der Friedhof Öjendorf , aber auch der Friedhof Ohlsdorf, die dies ermöglichen.

Die Trauerzeit dauert im Islam bis zu 40 Tage und wird mit einem gemeinsamen Essen der Familie und einem Besuch am Grab beendet. In der dreitägigen Trauerzeit direkt nach der Beerdigung kommen Nachbarn, Freunde und Bekannte zu der Familie des Verstorbenen, um dort für ihn zu beten.