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Kinderbücher zum Thema Tod

Wenn ein Freund stirbt

Als Erwachsene hoffen wir, das Kindern Gefühle wie Trauer für lange erspart bleiben und sie eine unbeschwerte Kindheit verleben können. Nur haben wir da keinen Einfluss drauf und manche Kinder verlieren durch einen Unfall ihr Leben. Zurück bleiben Freunde der Kinder, die selbst noch welche sind, die damit leben müssen, dass ihre beste Freundin oder ihr bester Freund nicht mehr zum Spielen vorbeikommen können oder sie nun den Weg zur Schule alleine begehen müssen.

Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

Ein solches Kind ist Otto von dem Axel Schulß in seinem Buch „Als Otto das Herz zum ersten Mal brach“ erzählt. Eines Morgens wird Otto von seiner Mutter geweckt mit der Nachricht, dass seine beste Freundin Annie bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Annie ist unglücklich die Treppe heruntergefallen und gestorben. Ottos Mutter erlaubt ihm zu Hause zu bleiben an dem Tag, doch Otto möchte nicht zu Hause bleiben. So unwirklich erscheint es für ihn, dass Annie fort ist.

Er geht zur Schule, doch bereits bevor er die Schule betritt wird ihm bewusst, dass er seinen Mitschülern nicht gegenübertreten kann. Stattdessen geht Otto zu all den Orten zurück an denen er mit seiner besten Freundin gewesen ist und gibt sich den Erinnerungen an sie hin. Erinnert sich daran, wie sie zusammen Ringe aus dem Kaugummi-Automaten gezogen haben und beschlossen nun Mann und Frau zu sein – so eng war ihre Freundschaft.

So befragt er am Abend seinen Vater, wie die Bezeichnung für den Mann ist, dessen Frau gestorben ist. Daraufhin sagt Otto: „Ich bin Otto, der Mann von Annie und ich bin Witwer.“ Dies hilft Otto seine Situation in Worte zu fassen und sich mit dem Tod von Annie auseinanderzusetzen. So nähert er sich durch Wortbedeutungen und Schreibweisen sich seiner persönlichen Situation an und kann sowohl den Tod als auch seine Trauer besser verstehen und akzeptieren.

Dieses Buch zeigt auf einfühlsame Weise die Entwicklung die ein Betroffener durchgeht, nach dem er die Nachricht über den Verlust eines lieben Menschen erhalten hat. So dauert es meist etwas bis die Endgültigkeit des Todes verstanden ist. Darüber hinaus macht die Geschichte bewusst, wie wichtig es für einen Trauernden ist, dass dieser für den Fall einen Ansprechpartner hat. Wie im Fall von Otto seine Eltern, die ihm eine Stütze sind in dieser schweren Zeit.

Abschied nehmen

Auf ein letztes Wort

Bei der Trauerarbeit um einen verstorbenen Angehörigen ist das Abschiednehmen ein wichtiger Teil. Es gibt den Betroffenen die Möglichkeit noch einmal Worte mit dem Sterbenden zu wechseln oder auch nur mitzuteilen. Um sich zu bedanken, noch einmal die Hand zu halten und zu drücken, aber auch liebe Worte zu sagen oder sich zu entschuldigen. Am schönsten ist es für die Beteiligten, wenn dies zu Lebzeiten geschehen kann.

Abschied nehmen - Letzte Worte

Ein Aspekt ist auch der Ort des Abschiedes – findet die letzte Begegnung zu Hause in den eigenen vier Wänden oder im Krankenhaus statt? Wenn ein Angehöriger zu Hause verstirbt, möchten viele Hinterbliebene, dass dieser schnell abgeholt und ins Leichenhaus gebracht wird, nachdem der Tod von einem Arzt festgestellt und der Totenschein ausgefüllt wurde.

Die Aufbahrung zu Hause

Der Grund hierfür liegt darin, dass viele Menschen ein unwohles Gefühl dabei haben mit einem Toten in einem Raum oder in einem Haus zu sein. Auch spielt hier der Tod als Tabu in unserer Gesellschaft weiterhin eine große Rolle – es ist nicht mehr üblich zu Hause von den Angehörigen Abschied zu nehmen. Im Gegenteil, sie werden so schnell wie möglich aus der vertrauten Umgebung entfernt. Dabei spielt die Sorge, dass der Leichnam schnell verfällt eine entscheidende Rolle.

Allerdings verändert sich ein Leichnam gar nicht so schnell. Dieser Prozess zieht sich über Stunden und Tage, so dass eine Aufbahrung zu Hause für einen Tag oder auch länger, nach Eintritt des Todes unbedenklich ist. Die Aufbahrungszeiten sind dabei je Bundesland untersch

iedlich. In Brandenburg und Sachsen müssen Tote bereits nach 24 Stunden in die Leichenhalle überführt werden, in den meisten anderen Bundesländern nach 36 Stunden – Thüringen hat mit 48 Stunden eine der längsten Aufbahrungszeiten und wird nur von Bayern, die keine festgesetzte Frist haben, übertroffen.

Vorteile des Abschiednehmens zu Hause

Eine Aufbahrung zu Hause bietet zudem den Vorteil, dass man sich an einem vertrauten Ort Ruhe verabschieden kann. Der Leichnam wird von dem Pflegepersonal oder dem Bestatter gewaschen, angezogen und fertig für die Aufbahrung gemacht. Der anschließende Abschied findet ungestört statt und die Angehörigen können miteinander Erinnerungen austauschen. Auch Freunde und Bekannte haben so die Möglichkeit angemessen „Adieu“ zu sagen .

Alternativen zur Aufbahrung zu Hause

Natürlich spielt in vielen Fällen auch die Platzfrage eine Rolle, wenn es um die Aufbahrung zu Hause geht. Nicht jeder hat eine Wohnung, die groß genug ist, um einen Toten gut aufbahren zu können. Für diesen Fall können wir als Hamburger Bestattungsinstitut die Abschiedsräume des Ohlsdorfer Bestattungsforum (http://www.friedhof-hamburg.de/ohlsdorf/bestattungsforum/abschiedsraeume/) empfehlen. Hier wird der Leichnam im Sarg in einem gemütlichen Raum aufgebahrt, der eine schönere Atmosphäre als die normale Leichenhalle bietet. Nur die Angehörigen haben über eine Chipkarte Zutritt und können ihren Verstorbenen Tag und Nacht – unabhängig von den regulären Öffnungszeiten des Bestattungsforums – aufsuchen. So haben die Hinterbliebenen ausreichend Zeit für ihren Abschied.

Eine jüngere und eine ältere Hand berühren die rote Rose

Tipps für einen positiven Umgang mit dem Tod

Buchempfehlung „Die sieben Geheimnisse des guten Sterbens – Erfahrungen einer Palliativschwester“ von Dorothea Mihm, Annette Bopp

Wenn wir Bestatter uns etwas wünschen könnten, dann wäre es ein neuer, angstfreier Umgang mit dem Tod. Natürlich ist es unendlich traurig, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Aber wir wissen, dass der Abschied sehr viel leichter ist – für die Hinterbliebenen und den Sterbenden – wenn man dem Tod angstfrei und friedvoll begegnen kann. Deshalb möchte ich gerne ein Buch empfehlen, das von einem neuen, hoffnungsvollen Umgang mit dem Tod berichtet und den Lesern verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit das Leben sogar bereichert. Geschrieben wurde das Buch von Dorothea Mihm, die als Coach, Heilpraktikerin und in der spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) arbeitet und der Medizinjournalistin Annette Bopp.

Bücher liegen auf einem Stapel während ein Notizbuch daneben aufgeschlagen ist

Dorothea Mihm hat durch ihren engen Kontakt mit Sterbenden sieben Geheimnisse identifiziert, die ihrer Meinung nach zu einem positiven Umgang mit dem Tod führen. Diese Geheimnisse beschreibt sie in ihrem Buch.

1. Geheimnis: Der Tod gehört zum Leben

Wer sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst ist und den Tod als natürlichen Teil des Lebens akzeptiert, der muss keine Angst mehr vor dem Tod haben.

2. Geheimnis: Innere Hindernisse überwinden

Wer alles loslässt – geliebte Menschen, Gegenstände, Besitz, die eigene Gesundheit und das eigene Leben – kann sich dem natürlichen Prozess des Sterbens hingeben.

3. Geheimnis: Das Sterben verstehen

Es hilft Sterbenden und den Begleitern zu wissen, dass sich die Menschen im Angesicht des Todes in einem Zwischenreich befinden. Sie sind nicht mehr richtig da, aber auch noch nicht weg.

4. Geheimnis: Über den Körper die Seele erreichen

Berührungen helfen dem Sterbenden. Sie machen ihm die eigene Körperlichkeit bewusst.

5. Geheimnis: Entwicklung hat keine Grenzen

Alle Menschen sind in ihren letzten Tagen oder Stunden empfänglich für Spirituelles. Das gehört zu dem Entwicklungsprozess, den Sterbende durchlaufen.

6. Geheimnis: Das Lassen lernen

Es ist gut, wenn Sterbende erkennen, dass sie Zuflucht, Schutz, Sicherheit und Heimat am zuverlässigsten in sich selbst finden. Dann können sie besser loslassen.

7. Geheimnis: Die Liebe finden

Mit dem Sterben kommt die Erkenntnis, dass die wahre, tiefe Liebe weit über den Tod hinausreicht. Liebe und Tod gehören zusammen – genau wie Leben und Tod.