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Kinderbücher zum Thema Tod

Wenn man bereits als Kind Abschied nehmen muss

Der Tod, das Sterben, der Verlust und die Trauer sind Themen, die oft schwer für Kinder zu begreifen sind. Was bedeutet der Tod? Kommt Oma wirklich nicht mehr wieder? Schläft sie nur? Was passiert nach dem Tod?

Für Erwachsene ist es häufig schwierig einen Weg zu finden, Kindern zu erklären was da passiert. Dabei muss es sich nicht einmal um einen Todesfall in der Familie handeln. Es kann Kinder auch betreffen, wenn bei einem Freund ein Familienmitglied stirbt.

Kinder können den Tod und sein unwiederbringliches Ende des Lebens erst ab dem neunten oder zehnten Lebensjahr begreifen. Dennoch ist es wichtig offen und ehrlich mit ihnen darüber zu sprechen.

Der Tod ist für viele Menschen etwas Beängstigendes und wird oft auch nur mit Leuten verbunden, die bereits älter sind. Leider sterben auch Kinder, zum Beispiel durch einen Unfall oder aufgrund einer schweren Krankheit. Bücher sind eine gut Möglichkeit diese schwierigen Themen sanft anzugehen. Gerne möchten wir euch nach und nach ein paar Geschichten vorstellen, die speziell für Kinder geschrieben wurden.

Der Besuch vom kleinen Tod

In dem Bilderbuch „Der Besuch vom kleinen Tod“ wird von Kitty Crowther aus der Perspektive des kleinen Todes erzählt. Er kümmert sich um die Sterbenden, besucht sie zu Hause und begleitet sie leise ins Totenreich. Nur selten freuen sich die Menschen den kleinen Tod zu sehen, vielmehr macht er ihnen häufig Angst, obwohl er sich die größte Mühe gibt, von ihnen gemocht zu werden.

Dies ändert sich als er auf das todkranke Mädchen Elsewin trifft, die ihn fröhlich im Bett sitzend erwartet und gerne mit ihm ins Totenreich geht. Dort verbringen die Beiden eine vergnügliche Zeit zusammen, in der Elsewin dem kleinen Tod das Spielen zeigt und was den kleinen Tod glücklich macht. Allerdings kann Elsewin nicht im Totenreich bleiben, sondern muss weitergehen, in den Himmel.

Als der kleine Tod wieder alleine ist, wird dieser ganz traurig, da alles wie vor seinem Treffen mit Elsewin ist und er sich einsam fühlt. Doch Elsewin kommt wieder, als Engel und begleitet den kleinen Tod nun auf seinen Abholreisen, so dass auch die Sterbenden weniger Angst und Furcht vor dem kleinen Tod haben.

In dem Buch wird neben dem Tod auch über Einsamkeit und Freundschaft gesprochen. Es wir gezeigt, dass der Tod nicht für jeden etwas Schlechtes ist, sondern, wie im Falle von Elsewin, auch eine Erlösung sein kann. Die Darstellung des kleinen Todes als Jungen, hilft den Kindern eine bessere Beziehung zu ihm aufzubauen und sich unter der Gestalt des Todes nicht etwas Schlimmes oder Schreckliches vorzustellen. Das kann dabei unterstützen den Kindern die Angst vor dem Tod zu nehmen. „Der Besuch vom kleinen Tod“ ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet.

Kinderbücher zum Thema Tod

Wenn ein Freund stirbt

Als Erwachsene hoffen wir, das Kindern Gefühle wie Trauer für lange erspart bleiben und sie eine unbeschwerte Kindheit verleben können. Nur haben wir da keinen Einfluss drauf und manche Kinder verlieren durch einen Unfall ihr Leben. Zurück bleiben Freunde der Kinder, die selbst noch welche sind, die damit leben müssen, dass ihre beste Freundin oder ihr bester Freund nicht mehr zum Spielen vorbeikommen können oder sie nun den Weg zur Schule alleine begehen müssen.

Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

Ein solches Kind ist Otto von dem Axel Schulß in seinem Buch „Als Otto das Herz zum ersten Mal brach“ erzählt. Eines Morgens wird Otto von seiner Mutter geweckt mit der Nachricht, dass seine beste Freundin Annie bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Annie ist unglücklich die Treppe heruntergefallen und gestorben. Ottos Mutter erlaubt ihm zu Hause zu bleiben an dem Tag, doch Otto möchte nicht zu Hause bleiben. So unwirklich erscheint es für ihn, dass Annie fort ist.

Er geht zur Schule, doch bereits bevor er die Schule betritt wird ihm bewusst, dass er seinen Mitschülern nicht gegenübertreten kann. Stattdessen geht Otto zu all den Orten zurück an denen er mit seiner besten Freundin gewesen ist und gibt sich den Erinnerungen an sie hin. Erinnert sich daran, wie sie zusammen Ringe aus dem Kaugummi-Automaten gezogen haben und beschlossen nun Mann und Frau zu sein – so eng war ihre Freundschaft.

So befragt er am Abend seinen Vater, wie die Bezeichnung für den Mann ist, dessen Frau gestorben ist. Daraufhin sagt Otto: „Ich bin Otto, der Mann von Annie und ich bin Witwer.“ Dies hilft Otto seine Situation in Worte zu fassen und sich mit dem Tod von Annie auseinanderzusetzen. So nähert er sich durch Wortbedeutungen und Schreibweisen sich seiner persönlichen Situation an und kann sowohl den Tod als auch seine Trauer besser verstehen und akzeptieren.

Dieses Buch zeigt auf einfühlsame Weise die Entwicklung die ein Betroffener durchgeht, nach dem er die Nachricht über den Verlust eines lieben Menschen erhalten hat. So dauert es meist etwas bis die Endgültigkeit des Todes verstanden ist. Darüber hinaus macht die Geschichte bewusst, wie wichtig es für einen Trauernden ist, dass dieser für den Fall einen Ansprechpartner hat. Wie im Fall von Otto seine Eltern, die ihm eine Stütze sind in dieser schweren Zeit.

Kinderbücher zum Thema Tod

Für immer

Für immer ist eine sehr lange Zeit – eine Ewigkeit, die kein Ende kennt. Für immer ist auch ein Zustand, der normalerweise irreversibel ist. Eine verstorbene Person kommt nicht wieder, sie ist von dieser Welt gegangen ohne, dass es einen Weg zurück gibt.

Dieses „Für Immer“ ist auch ein Zustand der schwer zu begreifen ist, für Erwachsene und Kinder. Ein Sein, das nicht leicht zu erklären und zu besprechen ist. Und doch gehört zur Trauerbewältigung das Verständnis und die Realisierung, dass ein Mensch nicht wieder kommt.

FuerImmer

Das vierfarbige Bilderbuch von Kai Lüftner und Katja Gehrman handelt von dem kleinen Egon, der seinen Vater verloren hat. Es erzählt poetisch von einem großen Verlust, dem eines geliebten Menschen und der Gefühl der Trauer. Das Buch gibt wieder wie sprachlos Menschen Trauernden begegnen und wie der kleine Egon diesen Zustand wahrnimmt. Egon fühlt sich als Zurückgebliebener – dem die Menschen ohne Worte begegnen, weil sie nicht wissen was sie zu ihm sagen sollen. Oder Menschen die ihn mit Späßen ablenken wollen und zum Lachen bringen wollen. Aber auch die Leute, die nicht mit Egon sondern über ihn mit mitleidigen Sätzen sprechen. Niemand schafft es das Unsagbare auszusprechen: „Papa kommt nie mehr wieder. Er ist weg. Für immer.“

Nur die Mutter schafft es, trotz ihrer eigenen Verzweiflung und Trauer, Egon Trost zu spenden: „Es wird nie wieder so sein, wie es mal war. Aber es wird weitergehen. Auch wenn es schwer ist.“ Sie sagt wie es war, dass ein Verlust eines geliebten Menschen immer schwer ist und die Zeit ohne ihn nicht einfach wird. Es ist nicht leicht sich daran zu gewöhnen, dass der geliebte Vater nicht mehr da ist. Seine Mutter gibt Egon aber auch die Zuversicht, dass dies kein Zustand ist, der für immer so sein wird. Darüber hinaus zeigt sie Egon, dass sein Vater zwar nicht mehr körperlich anwesend ist, aber er nicht wirklich weg ist. Er lebt weiter in seinen Erinnerungen, auf seinem Lieblingsfoto, in seinem Herzen – außerdem ist Egon ein Stück selbst sein Papa, auch wenn nur ein kleines, das für immer in ihm ist.

Das Buch ist für Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren geeignet, aber natürlich auch für Erwachsene. Denn manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die einem Trost und Zuversicht spenden.