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Eine Bank steht unter einem blühenden Kirschbaum an einem sonnigen Tag.

Friedhöfe in Europa – Ein Besuch in Leipzig

Leipzig – ein Friedhof und seine Stadt

Für uns gehört Leipzig zu den schönsten Städten Deutschlands: Gründerzeitbauten und Jugendstilhäuser soweit das Auge reicht. In keiner anderen Stadt gibt es so viele durchgängig erhaltene Altbauviertel. Und in der selben Zeit, in der die schönen Gebäude entstanden sind, die heute das Bild Leipzigs prägen, wurde auch der Leipziger Südfriedhof angelegt. Für uns zählt er neben dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf zu den schönsten Friedhöfen überhaupt.

Das Mausoleum auf dem Leipziger Südfriedhof.

Der Südfriedhof: großer Park mit Geschichte

Am 1. Juni 1886 wurde der Leipziger Südfriedhof durch den damaligen Bürgermeister Carl Bruno Tröndlin eröffnet – und war zunächst nicht sonderlich beliebt. Die Leipziger zogen für Beisetzungen den Neuen Johannisfriedhof vor. Das änderte sich erst, als die Bäume auf dem Südfriedhof größer wurden, so dass man erkennen konnte, dass hier ein Parkfriedhof angelegt worden war. 1913 wurde in direkter Nachbarschaft des Friedhofs das Völkerschlachtdenkmal erbaut, das an die große Schlacht gegen Napoleons Truppen von 1813 erinnert. Bis 1924 musste der Südfriedhof auf 63 Hektar erweitert werden. Heute ist er mit einer Fläche von 82 Hektar einer der größten Parkfriedhöfe Deutschlands. Die Grünflächen bilden ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. So findet man z.B. am Westeingang zwei unter Naturschutz stehende Glatthaferwiesen.

Auf dem Leipziger Südfriedhof befinden sich Gräber von bedeutsamen Leipziger Persönlichkeiten, wie der Verlegerfamilien Baedecker und Ullstein. Auch die 3.474 Opfer der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg fanden hier ihre letzte Ruhe.

Die Kapellenanlage auf dem Leipziger Südfriedhof spiegelt sich im Teich.

Die Kapellenanlage

1910 wurde die Kapellenanlage, mit ihrem weithin sichtbaren 60 Meter hohen Glockenturm, eröffnet. Der Leipziger Baumeister Otto Wilhelm Scharenberg war für die Errichtung des neoromantischen Gebäudeensembles zuständig. Die im romantischen Stil gebaute Klosteranlage Maria Laach in der Eifel diente dabei als Vorbild. Der Komplex aus Kappellenanlage, Krematorium und Kolumbarium gilt als größtes Friedhofsbauwerk Deutschlands – und fügt sich doch eher unauffällig in das Gesamtbild ein.
In den 1990er Jahren wurde das Bauwerk instand gesetzt: 1996 rekonstruierte man die Hauptkappelle und im Zuge dessen erfolgte auch die Neuausmalung des Chorraumes nach historischen Vorlagen. 1998 wurde die Einäscherungsanlage erneuert und schließlich das Kolumbarium renoviert, das am 125. Jahrestag der Friedhofseröffnung wieder in Benutzung genommen wurde. Das war im Juni 2011.

Wer also Leipzig besucht und sich an den schönen Vierteln der Gründerzeit erfreut, die alten Arbeiterviertel sowie die herausgeputzte Innenstadt besucht und natürlich auch einen Abstecher zum Völkerschlachtdenkmal macht, sollte den Leipziger Südfriedhof nicht vergessen. Ein schöner, ruhiger Ort.