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Tod auf der Leinwand

Der Tod als Filmgenre

Tod und Sterben sind Themen, mit denen wir alle früher oder später konfrontiert werden. Dennoch handelt es sich weiterhin um zwei Themen, die in unserer Gesellschaft in der Realität keinen wirklichen eigenen Platz haben. Eine Möglichkeit, sich damit zu beschäftigen sind natürlich Bücher, aber auch Filme. Verschiedene Genres haben sich des Themas angenommen und etwas daraus entwickelt. Vieles ist fiktiv, aber genug davon ist auch Realität.

Filme helfen uns aktiv mit dem Thema umzugehen und möglicherweise auch zu reflektieren, wie wir damit in unserem eigenen Leben umgehen wollen. Was bedeutet für uns Verlust und Trauer – wie trauern wir und was können wir tun, damit das Weiterleben einfacher wird.

Nicht nur Angehörige, sondern auch die bald Sterbenden machen sich Gedanken darum, wie sie es ihren Lieben einfacher machen können mit dem Verlust klarzukommen und das Leben weiterzuleben, wenn sie nicht mehr da sind.

 P.S. Ich Liebe Dich

Dass man mit dem Thema Verlust auch auf romantische und sogar humorvolle Art umgehen kann, zeigt uns der Film P.S. Ich Liebe Dich, der auf dem gleichnamigen Roman von Cecelia Ahern basiert.

Holly Kennedy (gespielt von der zweifachen Oscar-Preisträgerin Hilary Swank) und ihr Mann Gerry planten ihr Leben bis zum Ende ihrer Tage gemeinsam zu verbringen. Der Plan gerät aus den Fugen als Gerry unheilbar an einem Hirntumor erkrankt und wenig später an diesem stirbt. Holly steht nach der Beerdigung vor einem Leben und einer Zukunft, wie sie sie nicht geplant hatte.

Um ihr zu helfen, mit dem Verlust von ihm umzugehen, hat Gerry Holly vor seinem Tod Nachrichten hinterlassen, die ihr auf verschiedenen Wegen zukommen. Dies soll ihr helfen, ihr Leben weiter zu leben und auch einen Neuanfang zu schaffen. Die Nachrichten beinhalten verschiedene Aufgaben, die Holly erledigen soll. Hierfür werden auch ihre Freundinnen mit eingeplant. Ein Teil bringt die Drei nach Irland, wo sie Angeln gehen und in Gerry’s Lieblingspub. Auf diesem Wege lernt Holly den ehemaligen besten Freund von Gerry kennen, der sie im weiteren Verlauf ihres Lebens begleiten wird.

Von einem wunderschön stimmungsvollen irischen Soundtrack begleitet, ziehen sich die Briefe des Verstorbenen wie ein roter Faden durch den gesamten Film und beschreiben einen (von vielen) Weg(en), nach dem Tod eines geliebten Menschen wieder zurück ins eigene Leben zu finden.

Der Film ist ein Beispiel dafür, welche Gedanken sich Sterbende um ihre Angehörige machen können. Sei es durch Briefe oder Aufgaben, aber auch durch andere Aufmerksamkeiten, die den Hinterbliebenen das Weiterleben vereinfachen sollen.

Für die Serienliebhaber: Six Feet Under

Der Tod auf der Leinwand ist keine Neuheit, so viel steht fest. Die Arbeit mit dem Tod allerdings zum Zentrum einer ganzen Serie zu machen, das braucht Mut und Einfühlungsvermögen – eine kleine Portion schwarzer Humor schadet dabei natürlich auch nicht. HBOs Six Feet Under begleitet uns auf diesem unbekannten Terrain und öffnet die Tür in die faszinierende Welt der Menschen, denen wir unsere Angehörigen nach deren Tod anvertrauen: Nach dem tragischen Unfalltod des Bestatters Nathaniel Fisher, übernehmen die recht gegensätzlichen Brüder Nate und David auf Wunsch ihres verschiedenen Vaters das Familienunternehmen. Fortan befördern sie gemeinsam – wenn auch anfangs wiederwillig – Verstorbene sechs Fuß tief unter die Erde. Die von Oscar-Preisträger Alan Ball (American Beauty) geschriebene Serie kann sich mit zahlreichen Preisen schmücken (u.a. 9 Emmy Awards und 3 Golden Globes) und hat in der Fernsehwelt inzwischen Kultstatus erreicht.

Weitere Filmempfehlungen:

Das Süße Jenseits (1997), Das Zimmer meines Sohnes (2001), Sterben für Anfänger (2007), Kirschblüten Hanami (2008)

Für die Tiefgänger: Things We Lost in the Fire

Die dänische Regisseurin Susanne Bier hat mit Things We Lost in the Fire ein intensives Drama über Trauer, Vergebung und Läuterung geschaffen, das besonders durch seine unverfälschte Erzählart überzeugt und berührt: Der drogensüchtige Jerry Sunborne (Oscar-Preisträger Benicio del Toro) zieht nach dem plötzlichen Tod seines besten Freundes Brian zu dessen Witwe Audrey (Oscar-Preisträgerin Halle Berry) und ihren zwei Kindern. Gemeinsam – und eben doch getrennt – versuchen beide die Wut und das Unverständnis über den sinnlosen und viel zu frühen Tod ihres Partners und Freundes zu überwinden. Erzählt wird die Geschichte sensibel und manchmal schonungslos aufrichtig, aber nie kitschig. Auch deshalb klingt der emotionale Einschlag des Films noch lange nach dem relativ offen gehaltenen Ende nach.