Schlagwort-Archiv: Bestattungsrituale

Totenfeste weltweit

Hungry Ghost Festival – Ahnenkult in der buddhistischen Welt

In diesem Blogbeitrag führen wir unsere Serie „Totenfeste weltweit“ in China fort.

Viele Menschen in China glauben daran, dass die Geister der Verstorbenen ruhelos umherstreifen. Während „Yu Lan“, dem Hungry Ghost Festival, ist es deshalb Tradition den verstorbenen Ahnen Essen hinzustellen, um sie zu besänftigen. Manche verbrennen auch Papiergeld, um ein Opfer für das Leben der Ahnen im Jenseits zu bringen. Das Geisterfest findet zum Vollmond im siebten Monat des traditionellen Mondkalenders statt – am 14. Juli (Südchina) bzw. 15. Juli (Nordchina) eines jeden Jahres.

Das Hungry Ghost Festival wird in verschiedenen Varianten in der gesamten buddhistischen Welt gefeiert. Meist spielen auch Laternen und große Lagerfeuer eine wichtige Rolle. So werden kleine Papierboote und Laternen auf das Wasser gelassen, welche den Geistern den Weg zu ihren Familien weisen sollen. Es werden aber auch nicht die vergessen, die keine lebenden Angehörigen mehr haben – für sie werden Theateraufführrungen und Konzerte veranstaltet. Zusätzlich werden während des Festes aufwendige Kleider getragen und Mahlzeiten sowie Früchte für die Verstorbenen aufgebahrt.

Wer an keinem großen Fest teilnehmen möchte, der kann den Geistern auch in Meditation entgegentreten. Heutzutage wird das Geisterfest von Jugendlichen als eine Art Halloween gefeiert, für welches sie sich verkleiden.

Bestattungen Weltweit – rund um den Globus

Das Bestattungsritual der Hindus

Unsere Reise rund um den Globus zu den verschiedenen Bestattungen weltweit geht zu Ende. Nach den Bestattungsritualen im Islam, Judentum und Buddhismus folgt heute der Einblick in das der Hindus.

Im Hinduismus werden Sterbende mit dem Kopf in Richtung Süden gelegt, weil man daran glaubt, dass sich dort der Totengott Yama befindet. Um dem Sterbenden beizustehen, lesen Angehörige oder Priester aus den heiligen Schriften vor. Wenn der Tod eingetreten ist, sollen Körper und Seele gereinigt werden. Dafür wird der Leichnam auf einen Stuhl gesetzt und gewaschen. Danach wird der Körper gesalbt, in ein Tuch gewickelt, dass zuvor in heiligem Wasser getränkt wurde, und aufgebahrt. So haben die Angehörigen Zeit, sich zu verabschieden. Nach drei Tagen wird der Leichnam zu einem Verbrennungsplatz gebracht. Hier umrunden die Angehörigen zunächst fünfmal die Feuerstelle. Die Runden sollen die Elemente Feuer, Wasser, Luft, Erde und Raum symbolisieren. Danach stellen sich Männer am Kopfende und Frauen am Fußende des Verstorbenen auf und der erstgeborene Sohn zündet mit geweihtem Feuer aus einem Tempel den Leichnam an. Nach weiteren drei Tagen wird die Asche in den heiligen Fluss Ganges oder ein anderes heiliges Gewässer gestreut.

Zum Zeichen ihrer Trauer lassen sich die Söhne des Verstorbenen den Kopf rasieren. Und an allen Todestagen werden Opfergaben dargebracht und mit schwimmenden Kerzen an den Toten erinnert.

Eine rosafarbene Rose liegt auf einem Grabstein.

Religiöse Bestattungsrituale weltweit

Wie verabschiedet man in anderen Teilen der Welt seine Toten?

Diese Frage interessiert uns sehr. Denn wie wir es bereits in einem früheren Blogpost geschrieben haben, ist es ein wichtiger Teil unserer Arbeit, den Hinterbliebenen durch eine schwere Zeit zu helfen. Und da kann es nur helfen, mal zu schauen, wie in anderen Religionen bestattet und getrauert wird.

Verabschiedung der Toten im Judentum

Ein goldenfarbiger Davidstern ist auf einem Mamorgrabstein eingemeißelt.

Im Judentum glaubt man an ein Leben im Jenseits, deshalb bereitet man sich mit Gebeten und dem Bekenntnis der Sünden darauf vor. Ist der Tod eingetreten, wird der Leichnam gewaschen und in ein weißes, langes Gewand gehüllt. In Israel werden die Verstorbenen meist noch am selben Tag beerdigt. Das ist in vielen anderen Ländern nicht möglich, da eine Wartezeit von mindestens 48 Stunden eingehalten werden muss. Männlichen Toten legen die Angehörigen den Gebetsmantel mit in den Sarg. Allerdings werden vorher die Schaufäden entfernt, die seinen Träger zu Lebzeiten an seine religiösen Pflichten erinnerten. Da der Verstorbene wieder eins mit der Erde werden soll, sind Erdbestattungen üblich. Ein jüdisches Grab kann nur einmal belegt und niemals aufgelöst werden, da der Tote darin bleibt, bis zu seiner Auferstehung.

Im Judentum ist es üblich, dass die engsten Angehörigen ein Jahr trauern. Nach der Beerdigung beginnt für die Familie zunächst die Schiwa. Eine siebentägige Trauerzeit, in der man zu Hause bleibt und mit Nachbarn und Freunden für den Verstorbenen betet. Nach dem ersten Trauermonat, dem Schloschim, findet eine Trauerfeier am Grab statt. Und am Ende des Trauerjahres stellt die Familie am Grab des Toten einen Gedenkstein auf.

Wenn das Grab besucht wird, ist es Sitte, einen kleinen Stein auf den Grabstein zu legen. Damit wird gezeigt, dass der Tote nicht vergessen ist.