Kategorie-Archiv: Totenfeste

Totenfeste weltweit – Es soll gelacht werden

Gai Jatra: Das fröhliche Totenfest

Im Bhadra, dem fünften Monat des Hindukalenders – August und September in unserem Jahresverlauf – findet in Nepal das populäre Festival der Kühe statt. Die äußerst fröhliche und ausgelassene Feier soll an die Verstorbenen erinnern und die Verwandten von ihrer Trauer erlösen. Jeder, der im vergangenen Jahr ein Familienmitglied verloren hat, bringt eine Kuh mit zu dem Fest oder verkleidet einen Jungen als Kuh.

Die Kühe, welche im Hinduismus als die heiligsten aller Tiere gelten, laufen dann in einer Prozession durch die Straßen. Im weiteren Verlauf des Festes gibt es lustige, satirische und spöttische Darbietungen. Es soll gelacht werden. Der Legende nach entstand das Fest, als im 17. Jahrhundert der Sohn des Königs Pratap Malla starb. Bei einem Fest zum Andenken an seinen Sohn gab der Herrscher bekannt, dass er jeden belohnt, der seine trauernde Frau wieder zum Lachen bringt. Zugleich zeigten ihr die Menschen in den Straßen, dass viele Familien einen geliebten Menschen verloren haben.

Totenfeste weltweit

Hungry Ghost Festival – Ahnenkult in der buddhistischen Welt

In diesem Blogbeitrag führen wir unsere Serie „Totenfeste weltweit“ in China fort.

Viele Menschen in China glauben daran, dass die Geister der Verstorbenen ruhelos umherstreifen. Während „Yu Lan“, dem Hungry Ghost Festival, ist es deshalb Tradition den verstorbenen Ahnen Essen hinzustellen, um sie zu besänftigen. Manche verbrennen auch Papiergeld, um ein Opfer für das Leben der Ahnen im Jenseits zu bringen. Das Geisterfest findet zum Vollmond im siebten Monat des traditionellen Mondkalenders statt – am 14. Juli (Südchina) bzw. 15. Juli (Nordchina) eines jeden Jahres.

Das Hungry Ghost Festival wird in verschiedenen Varianten in der gesamten buddhistischen Welt gefeiert. Meist spielen auch Laternen und große Lagerfeuer eine wichtige Rolle. So werden kleine Papierboote und Laternen auf das Wasser gelassen, welche den Geistern den Weg zu ihren Familien weisen sollen. Es werden aber auch nicht die vergessen, die keine lebenden Angehörigen mehr haben – für sie werden Theateraufführrungen und Konzerte veranstaltet. Zusätzlich werden während des Festes aufwendige Kleider getragen und Mahlzeiten sowie Früchte für die Verstorbenen aufgebahrt.

Wer an keinem großen Fest teilnehmen möchte, der kann den Geistern auch in Meditation entgegentreten. Heutzutage wird das Geisterfest von Jugendlichen als eine Art Halloween gefeiert, für welches sie sich verkleiden.

Bestattungen Weltweit – rund um den Globus

Das Bestattungsritual der Hindus

Unsere Reise rund um den Globus zu den verschiedenen Bestattungen weltweit geht zu Ende. Nach den Bestattungsritualen im Islam, Judentum und Buddhismus folgt heute der Einblick in das der Hindus.

Im Hinduismus werden Sterbende mit dem Kopf in Richtung Süden gelegt, weil man daran glaubt, dass sich dort der Totengott Yama befindet. Um dem Sterbenden beizustehen, lesen Angehörige oder Priester aus den heiligen Schriften vor. Wenn der Tod eingetreten ist, sollen Körper und Seele gereinigt werden. Dafür wird der Leichnam auf einen Stuhl gesetzt und gewaschen. Danach wird der Körper gesalbt, in ein Tuch gewickelt, dass zuvor in heiligem Wasser getränkt wurde, und aufgebahrt. So haben die Angehörigen Zeit, sich zu verabschieden. Nach drei Tagen wird der Leichnam zu einem Verbrennungsplatz gebracht. Hier umrunden die Angehörigen zunächst fünfmal die Feuerstelle. Die Runden sollen die Elemente Feuer, Wasser, Luft, Erde und Raum symbolisieren. Danach stellen sich Männer am Kopfende und Frauen am Fußende des Verstorbenen auf und der erstgeborene Sohn zündet mit geweihtem Feuer aus einem Tempel den Leichnam an. Nach weiteren drei Tagen wird die Asche in den heiligen Fluss Ganges oder ein anderes heiliges Gewässer gestreut.

Zum Zeichen ihrer Trauer lassen sich die Söhne des Verstorbenen den Kopf rasieren. Und an allen Todestagen werden Opfergaben dargebracht und mit schwimmenden Kerzen an den Toten erinnert.