Kategorie-Archiv: Allgemein

Totenfeste weltweit – Es soll gelacht werden

Gai Jatra: Das fröhliche Totenfest

Im Bhadra, dem fünften Monat des Hindukalenders – August und September in unserem Jahresverlauf – findet in Nepal das populäre Festival der Kühe statt. Die äußerst fröhliche und ausgelassene Feier soll an die Verstorbenen erinnern und die Verwandten von ihrer Trauer erlösen. Jeder, der im vergangenen Jahr ein Familienmitglied verloren hat, bringt eine Kuh mit zu dem Fest oder verkleidet einen Jungen als Kuh.

Die Kühe, welche im Hinduismus als die heiligsten aller Tiere gelten, laufen dann in einer Prozession durch die Straßen. Im weiteren Verlauf des Festes gibt es lustige, satirische und spöttische Darbietungen. Es soll gelacht werden. Der Legende nach entstand das Fest, als im 17. Jahrhundert der Sohn des Königs Pratap Malla starb. Bei einem Fest zum Andenken an seinen Sohn gab der Herrscher bekannt, dass er jeden belohnt, der seine trauernde Frau wieder zum Lachen bringt. Zugleich zeigten ihr die Menschen in den Straßen, dass viele Familien einen geliebten Menschen verloren haben.

Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Bei dem Beruf des Bestatters haben viele das Bild von der Person vor Augen, die den Verstorbenen in einem Sarg oder einer Urne unter die Erde bringt. Doch verbirgt sich hinter diesem „einfachen“ unter die Erde bringen noch viel mehr und was genau alles in der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft verbirgt, stellen wir euch hier vor:

Die Anforderungen für den Start zur Ausbildung

Die Voraussetzung um eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft beginnen zu können sind entweder ein Hauptschulabschluss, ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine Hochschul-reife.

Zudem ist es wichtig Einfühlvermögen zeigen zu können, z.B. beim Umgang mit trauernden Hinterbliebenen, psychisch stabil zu sein, z.B. beim Anblick Verstorbener, sorgfältig und umsichtig zu arbeiten – dies ist wichtig bei der Gestaltung von Todesanzeigen als auch bei der Vorbereitung der Verstorbenen für die Bestattung. Darüber hinaus sind sowohl Kommunikationsfähigkeit als auch eine Kunden- und Serviceorientierung von großer Bedeutung in unserem Beruf, wenn es darum geht die Angehörigen für die Bestattung rundum informieren zu können und auch auf die individuellen Wünsche einzugehen.

Inhalte der Ausbildung

Während der Ausbildung ist man sowohl im Bestattungsunternehmen bzw. in der Friedhofsverwaltung als auch an der Berufsschule. Der Unterricht findet im Blockunterricht statt. Dies bedeutet man ist in einem zusammenhängenden Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen an der Berufsschule.

Die Ausbildung ist auf drei Jahre aufgeteilt. In diesen Jahren werden folgende Schwerpunkte abgedeckt, die für die Ausführung des Berufs der Bestattungsfachkraft wichtig sind:
– Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
– Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
– Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
– Umweltschutz,
– Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken,
– Berufsbezogene Rechtsvorschriften, Normen und technische Unterlagen,
– Planen von Arbeitsabläufen, Ausführe von Geschäfts- und Verwaltungsvorgänge,
– Riten und Gebräuche,
– Handhabung und Wartung von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und technischen Einrichtungen,
– Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen, Durchführen warenkundlicher Arbeiten,
– Bearbeiten von Bestattungsaufträgen,
– Durchführen von Trauerfeiern und Bestattungen,
– Qualitätssichernde Maßnahmen und Kundenorientierung,
– Psychologische Maßnahmen,
– Bestattungsvorsorge.

Die Ausbildung findet nicht nur drinnen, sondern auch draußen statt. So arbeitet die Bestattungsfachkraft sowohl in Geschäfts- und Büroräumen, Werkstätten als auch im Freien am Grab, in Aufbahrungshallen und in Krematorien.

Gehalt
Das Gehalt des Bestattungsfachkraftauszubildenden hängt sowohl vom Ort und der Größe des Betriebes ab, als auch davon, ob dieser an einen Tarifvertrag gebunden ist:
1. Ausbildungsjahr: 350-750 Euro
2. Ausbildungsjahr: 390-800 Euro
3. Ausbildungsjahr: 450-850 Euro

Das Einstiegsgehalt nach Abschluss der Ausbildung liegt zwischen 1.900 bis 2.000 Euro (Brutto).

Gestatten, Sven Havemeister, Bestatter

Ich bin Bestatter – und mag meinen Beruf.
Sogar so sehr, dass ich auch darüber bloggen möchte.

Mir war schon früh klar, dass ich einmal eine Arbeit machen werde, bei der ich Menschen helfen kann. Als Kind dachte ich immer, dass ich Arzt oder Sanitäter werde. Aber es kam anders. Mit 15 Jahren lernte ich über einen befreundeten Bestatter den Beruf überhaupt erst kennen. Ich merkte schnell, dass mir der Umgang mit Trauernden liegt. Und so ist es bis heute: Ich stehe gerne Menschen bei, die sich aufgrund ihres Verlusts in einer extremen Ausnahmesituation befinden. Es macht mich glücklich, wenn meine Begleitung den Trauernden hilft. Außerdem habe ich Spaß am kreativen Teil meines Berufs. Ich freue mich, wenn ich eine Bestattung ausrichte, die dem Verstorbenen gefallen hätte und die für die Hinterbliebenen ein würdiger Abschied ist.

Seit 2003 arbeite ich als Bestatter und habe 2013 das Hamburger Bestattungsinstitut gegründet. Mein Ziel ist es, Menschen vertrauenswürdig zu begleiten. Egal ob es darum geht, die letzten Angelegenheiten zu regeln oder eine würdevolle Bestattung zu organisieren. Und darum soll es auch in diesem Blog gehen. Ich möchte gerne meine Erfahrungen teilen: Tipps zum Umgang mit Tod und Trauer geben, bei der Trauerbewältigung helfen und über Themen aus der Branche informieren. Außerdem würde ich gerne ein wenig dazu beitragen, die Themen Tod, Sterben, Verlust und Trauer zu enttabuisieren – denn sie gehören zum Leben dazu.