Archiv für den Monat: März 2017

Kinderbücher zum Thema Tod

Wenn ein Freund stirbt

Als Erwachsene hoffen wir, das Kindern Gefühle wie Trauer für lange erspart bleiben und sie eine unbeschwerte Kindheit verleben können. Nur haben wir da keinen Einfluss drauf und manche Kinder verlieren durch einen Unfall ihr Leben. Zurück bleiben Freunde der Kinder, die selbst noch welche sind, die damit leben müssen, dass ihre beste Freundin oder ihr bester Freund nicht mehr zum Spielen vorbeikommen können oder sie nun den Weg zur Schule alleine begehen müssen.

Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

Ein solches Kind ist Otto von dem Axel Schulß in seinem Buch „Als Otto das Herz zum ersten Mal brach“ erzählt. Eines Morgens wird Otto von seiner Mutter geweckt mit der Nachricht, dass seine beste Freundin Annie bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Annie ist unglücklich die Treppe heruntergefallen und gestorben. Ottos Mutter erlaubt ihm zu Hause zu bleiben an dem Tag, doch Otto möchte nicht zu Hause bleiben. So unwirklich erscheint es für ihn, dass Annie fort ist.

Er geht zur Schule, doch bereits bevor er die Schule betritt wird ihm bewusst, dass er seinen Mitschülern nicht gegenübertreten kann. Stattdessen geht Otto zu all den Orten zurück an denen er mit seiner besten Freundin gewesen ist und gibt sich den Erinnerungen an sie hin. Erinnert sich daran, wie sie zusammen Ringe aus dem Kaugummi-Automaten gezogen haben und beschlossen nun Mann und Frau zu sein – so eng war ihre Freundschaft.

So befragt er am Abend seinen Vater, wie die Bezeichnung für den Mann ist, dessen Frau gestorben ist. Daraufhin sagt Otto: „Ich bin Otto, der Mann von Annie und ich bin Witwer.“ Dies hilft Otto seine Situation in Worte zu fassen und sich mit dem Tod von Annie auseinanderzusetzen. So nähert er sich durch Wortbedeutungen und Schreibweisen sich seiner persönlichen Situation an und kann sowohl den Tod als auch seine Trauer besser verstehen und akzeptieren.

Dieses Buch zeigt auf einfühlsame Weise die Entwicklung die ein Betroffener durchgeht, nach dem er die Nachricht über den Verlust eines lieben Menschen erhalten hat. So dauert es meist etwas bis die Endgültigkeit des Todes verstanden ist. Darüber hinaus macht die Geschichte bewusst, wie wichtig es für einen Trauernden ist, dass dieser für den Fall einen Ansprechpartner hat. Wie im Fall von Otto seine Eltern, die ihm eine Stütze sind in dieser schweren Zeit.