Archiv für den Monat: Dezember 2016

Buchempfehlung: Kinderbücher zum Thema Tod

Verlust eines Freundes

Als Erwachsene hoffen wir, das Kindern Gefühle wie Trauer für lange erspart bleiben und sie eine unbeschwerte Kindheit verleben können. Nur haben wir da keinen Einfluss drauf und manche Kinder verlieren durch einen Unfall ihr Leben. Zurück bleiben Freunde der Kinder, die selbst noch welche sind, die damit leben müssen, dass ihre beste Freundin oder ihr bester Freund nicht mehr zum Spielen vorbeikommen können oder sie nun den Weg zur Schule alleine begehen müssen.

Buchtitel - Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

Ein solches Kind ist Otto von dem Axel Schulß in seinem Buch „Als Otto das Herz zum ersten Mal brach“ erzählt. Eines Morgens wird Otto von seiner Mutter geweckt mit der Nachricht, dass seine beste Freundin Annie bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Annie ist unglücklich die Treppe heruntergefallen und gestorben. Ottos Mutter erlaubt ihm zu Hause zu bleiben an dem Tag, doch Otto möchte nicht zu Hause bleiben. So unwirklich erscheint es für ihn, dass Annie fort ist.

Er geht zur Schule, doch bereits bevor er die Schule betritt wird ihm bewusst, dass er seinen Mitschülern nicht gegenübertreten kann. Stattdessen geht Otto zu all den Orten zurück an denen er mit seiner besten Freundin gewesen ist und gibt sich den Erinnerungen an sie hin. Erinnert sich daran, wie sie zusammen Ringe aus dem Kaugummi-Automaten gezogen haben und beschlossen nun Mann und Frau zu sein – so eng war ihre Freundschaft.

So befragt er am Abend seinen Vater, wie die Bezeichnung für den Mann ist, dessen Frau gestorben ist. Daraufhin sagt Otto: „Ich bin Otto, der Mann von Annie und ich bin Witwer.“ Dies hilft Otto seine Situation in Worte zu fassen und sich mit dem Tod von Annie auseinanderzusetzen. So nähert er sich durch Wortbedeutungen und Schreibweisen sich seiner persönlichen Situation an und kann sowohl den Tod als auch seine Trauer besser verstehen und akzeptieren.

Dieses Buch zeigt auf einfühlsame Weise die Entwicklung die ein Betroffener durchgeht, nach dem er die Nachricht über den Verlust eines lieben Menschen erhalten hat. So dauert es meist etwas bis die Endgültigkeit des Todes verstanden ist. Darüber hinaus macht die Geschichte bewusst, wie wichtig es für einen Trauernden ist, dass dieser für den Fall einen Ansprechpartner hat. Wie im Fall von Otto seine Eltern, die ihm eine Stütze sind in dieser schweren Zeit.

Die Sonne steht abends tiefer über den Brücken der Stadt Prag

Friedhöfe in Europa – Eine Reise nach Prag

Alter Jüdischer Friedhof in Prag

Auf unserer Reise zur den verschiedenen Friedhöfen in Europa ist ein Halt in Prag ein Muss. Hier befindet sich der bekannteste jüdische Friedhof in Europa – der alte Jüdische Friedhof.

Grabstein an Grabstein reihen sich auf dem alten jüdischen Friedhof aneinander

Zu finden ist dieser im ehemaligen jüdischen Viertel Josefov in der Prager Altstadt, auf einer Fläche von nur ungefähr einen Hektar. Das verwinkelte Grundstück liegt zwischen der Pinkas- und der Klaus-Synagoge. Jedoch befinden sich in direkter Nähe auch die Altneu- und die Maisel-Synagoge. Dennoch sind auf diesem einen Hektar über 12.000 Grabsteine zu finden und es wird vermutet, dass sich diesem Friedhof die Gebeine von 100.000 Menschen liegen. Zurückzuführen ist der Ursprung des jüdischen Friedhofs auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts. Damals gab es im Ghetto keine Erweiterungsmöglichkeiten, weswegen aus Platzmangel die Toten in bis zu zwölf Schichten begraben wurde. Heutzutage sieht der Friedhof deswegen aus wie eine malerische Hügellandschaft.

Auch auf diesem Friedhof sind einige bekannte Persönlichkeiten begraben, darunter der Religionsgelehrte und Pädagoge Rabbi Jehuda Liwa ben Becalel, welcher als Rabbi Löw bekannt wurde. Das älteste erhaltene Grab gehört dem Rabbiner Avigdor Kara, der 1439 auf dem Friedhof seine letzte Ruhe fand.

Blick auf das Grab von dem Rabbiner Avigdor Kara

Ein Blick über die Gräber auf dem Jüdischen Friedhof

Kulturdenkstätte – Aufschriften und Symbole

Heutzutage dient der alte jüdische Friedhof auch als Kulturdenkstätte. Als Friedhof an sich durch die vielen übereinander liegenden Gräber, aber auch durch die Aufschriften und Symbole der Gräber, welche wichtige Zeugen des vergangenen Lebens sind. So erfährt man dadurch u.a. welche Funktionen die Person in der Gemeinde hatte, welche guten Eigenschaften jemand besaß aber auch welche positiven Taten sie vollbrachte.
Die Symbole lassen erkennen welchen biblischen Stämmen der Verstorbene angehörte: die segnenden Hände galten dem Stamm der Kohen; der Krug den Leviten, da diese im Tempel Dienste leisteten. Zudem sind allgemeine Symbole des Judentums wiederzufinden – die Weinrebe für Fülle und Vielheit; die Krone für gelehrte Menschen oder die Versinnbildlichung von Namen durch Tiere und Pflanzen; aber auch die Schere für den Schneider oder eine Geige für den Musiker.

Eine Decke aus Steinen

Auf vielen der Gräber sind kleine Steine zu entdecken, die auf sie gelegt worden sind. Dies ist ein sehr üblicher Brauch im Judentum und stammt noch aus der Zeit der Wüstenwanderung. Damals begrub man die Toten mit Steinen. Dieser Brauch wird noch heute ausgeführt und kann somit auch auf anderen jüdischen Friedhöfen entdeckt werden.
Der Friedhof, der seit 1995 zum Volkskulturdenkmal ernannt wurde, kann das ganze Jahr über, bis auf wenige Gräber, die aus Schutzgründen nicht mehr direkt begehbar sind, besichtigt werden.

Ein Wkingerlangschiff wird im Rahmen des Up Helly Aa verbrannt.

Totenfeste weltweit – auf zu den Shetland-Inseln

Up Helly Aa Fire Festival – feiern wie die Wikinger

In unserer Serie Totenfeste weltweit befinden wir uns wieder in Europa, wo wir euch in diesem Blogbeitrag das Up Helly Aa Fire Festival vorstellen möchten, ein Fest der Wikinger.

Fackellauflauf im Rahmend es Up Helly Aa Festivals.

Immer am letzten Dienstag im Januar verkleiden sich die Bewohner der Shetland-Inseln und feiern Up Helly Aa, ein Fest welches seinen Ursprung im 19. Jahrhundert hat. Schon Monate vorher beginnen die Vorbereitungen für dieses traditionelle Fest mit dem Bau eines prächtigen Wikinger-Langschiffs. Wenn dann am Tag von Up Helly Aa die Sonne untergeht, werden die Straßenlaternen von Lerwick gelöscht und statt dessen Fackeln entzündet. Unter stimmungsvollem Schlachtgesang ziehen tausende als Wikinger verkleidete Menschen das Schiff, mit dem darauf thronenden Jarl (Graf), zum Wasser. Hier wird es, wie es in einem nordischen Begräbnis der Wikinger üblich war, den Flammen geopfert.

Das stimmungsvolle Up Helly Aa ist das größte Festival der Shetland-Inseln – nicht nur für Wikinger-Fans ein tolles Erlebnis! Es wird jährlich in Lerwick, der größten Stadt der Inseln, gefeiert.