Eine rosafarbene Rose liegt auf einem Grabstein.

Religiöse Bestattungsrituale weltweit

Wie verabschiedet man in anderen Teilen der Welt seine Toten?

Diese Frage interessiert uns sehr. Denn wie wir es bereits in einem früheren Blogpost geschrieben haben, ist es ein wichtiger Teil unserer Arbeit, den Hinterbliebenen durch eine schwere Zeit zu helfen. Und da kann es nur helfen, mal zu schauen, wie in anderen Religionen bestattet und getrauert wird.

Verabschiedung der Toten im Judentum

Ein goldenfarbiger Davidstern ist auf einem Mamorgrabstein eingemeißelt.

Im Judentum glaubt man an ein Leben im Jenseits, deshalb bereitet man sich mit Gebeten und dem Bekenntnis der Sünden darauf vor. Ist der Tod eingetreten, wird der Leichnam gewaschen und in ein weißes, langes Gewand gehüllt. In Israel werden die Verstorbenen meist noch am selben Tag beerdigt. Das ist in vielen anderen Ländern nicht möglich, da eine Wartezeit von mindestens 48 Stunden eingehalten werden muss. Männlichen Toten legen die Angehörigen den Gebetsmantel mit in den Sarg. Allerdings werden vorher die Schaufäden entfernt, die seinen Träger zu Lebzeiten an seine religiösen Pflichten erinnerten. Da der Verstorbene wieder eins mit der Erde werden soll, sind Erdbestattungen üblich. Ein jüdisches Grab kann nur einmal belegt und niemals aufgelöst werden, da der Tote darin bleibt, bis zu seiner Auferstehung.

Im Judentum ist es üblich, dass die engsten Angehörigen ein Jahr trauern. Nach der Beerdigung beginnt für die Familie zunächst die Schiwa. Eine siebentägige Trauerzeit, in der man zu Hause bleibt und mit Nachbarn und Freunden für den Verstorbenen betet. Nach dem ersten Trauermonat, dem Schloschim, findet eine Trauerfeier am Grab statt. Und am Ende des Trauerjahres stellt die Familie am Grab des Toten einen Gedenkstein auf.

Wenn das Grab besucht wird, ist es Sitte, einen kleinen Stein auf den Grabstein zu legen. Damit wird gezeigt, dass der Tote nicht vergessen ist.