Archiv für den Monat: Oktober 2016

Eine Reihe von bunt verzierten Totenköpfen anlässlich des Día de los Muertos.

Día de los Muertos – Das bunte Totenfest aus Mexiko

Tag der Toten in Mexiko

Der Día de los Muertos – der Tag der Toten – ist einer der wichtigsten Feiertage in Mexiko. Das Fest beginnt jedes Jahr am 31. Oktober und endet am 2. November. Und obwohl das Gedenken an Verstorbene im Mittelpunkt steht – sind die Feierlichkeiten fröhlich, ausgelassen und sehr bunt. Die UNESCO hat den Día de los Muertos im Jahr 2003 zum „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ erklärt. Damit ist er Teil des schützenswerten Weltkulturerbes. Ein guter Grund, hier einmal darüber zu berichten.

Der Tod bedeutet nicht das Ende des Lebens

Dem Fest liegt die Vorstellung zugrunde, dass der Tod nicht das Ende des Lebens bedeutet, sondern lediglich eine Station zwischen zwei Daseinsformen ist. Am Día de los Muertos sollen die Geister der Verstorbenen zurückkehren und ihre Familien und geliebte Menschen besuchen. Zu diesem Anlass werden Straßen, Häuser, Schaufenster und Gräber aufwändig mit Blumen, Girlanden und Kerzen geschmückt. Die wichtigste Rolle bei den Dekorationen spielen aber bunte Totenschädel, Skelette, Knochen – eben alles, was den Tod und die Vergänglichkeit symbolisiert. Für dieses Fest stellen Konditoreien sogar extra Totenschädel aus Zucker oder Marzipan her. Und in Bäckereien wird das Pan de Muerto – das Totenbrot – gebacken.

Weibliche und männlich gekleidete Totenkörper stehen zum Tanz beim Día de los Muertos bereit.

Ein Fest der Familien

In den Wohnungen stellen die Menschen Totenaltare und Gabentische auf. Sie werden üppig mit Speisen und Getränken gedeckt und mit persönlichen Erinnerungsstücken liebevoll verziert. Die Toten sollen sich nach ihrer langen Reise zurück ins Diesseits stärken und sich an die schönen, gemeinsamen Zeiten erinnern. Auf den Straßen und Plätzen, aber auch auf den Friedhöfen, ist am Día de los Muertos einiges los: Die Menschen essen, trinken, musizieren und tanzen. Bis am 2. November um Mitternacht die Toten wieder verabschiedet werden. Aber auch hier ist kein Platz für Trauer, denn sie kommen schon im nächsten Jahr wieder.

Ein anlässlich des Día de los Muertos geschminkte Mädchen schaut mit den Augen zur Seite.

Gruselig geschnitzte Kürbisse leuchten im Dunkeln zu Halloween.

Halloween – Das süß schaurige Totenfest

Süßes sonst gibt’s Saures

In unseren letzten Blogposts stellten wir euch „Famadihana – ein Ritual der Malagasystämme auf Madagaskar“ und das irisch-gälische Samhain-Fest vor aus unserer Serie „Totenfeste weltweit“ vor. In diesem Beitrag schreiben wir über ein nicht ganz unbekanntes Totenfest, welches mittlerweile auch hier zu Lande zur Freude vieler gefeiert wird.

Eigentlich ist es ein typisch amerikanisches Fest, aber seit einigen Jahren erfreut sich Halloween auch in Deutschland großer Beliebtheit. Das Fest wird jährlich am 31. Oktober begangen, dem Abend vor Allerheiligen. Ursprünglich entstand der Brauch im 19. Jahrhundert in Irland, wo dieser Abend – der „All Hallows Eve“ – gefeiert wurde. Mit der Zeit verkürzte sich dieser Name zu Halloween. Mit irischen Auswanderern gelangte das Fest in die USA, wo die heute typischen Halloween-Bräuche entstanden: Kinder, die von Tür zu Tür ziehen und nach Süßigkeiten fragen, beleuchtete Kürbisköpfe und gruselige Verkleidungen. In Deutschland wird man an der Tür dann mit dem Spruch „Süßes sonst gibt’s Saures“ begrüßt.

Ein JUnge und Mädchen sind als Vampir zu Halloween verkleidet.

Mittlerweile hat sich der Brauch weiter verbreitet und auch Jugendliche ziehen verkleidet von Haus zu Haus oder Studenten feiern bei sich in der WG eine Halloween-Party bei der alle kostümiert erscheinen – als Geist, Zombie oder etwas anderem Schaurigem.

Ein bleich geschminktes Mädchen schaut rechts über die Schulter

Zur Tradition gehören nicht nur die gruseligen Verkleidungen, sondern auch die ausgehöhlten und von innen beleuchteten Kürbisse. Mancherorts werden sogar Wettbewerbe, wer den schönsten Kürbis geschnitzt hat, ausgetragen.

Ein Mann steht im Schatten, angeleuchtet von der Flamme

Das Samhain-Fest, ein Totenfest mit keltischen Wurzeln

Samhain-Fest – der irisch-gälische Vorläufer von Halloween

Der heutige Teil unserer Serie „Totenfeste weltweit“ führt uns zu den Kelten.

Das keltische Neujahr begann in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Die Menschen waren davon überzeugt, dass in dieser Nacht des Übergangs die Toten zurückkommen würden, um sich an den Lebenden zu rächen. Aus diesem Grund verkleidete man sich mit Masken, Schleiern und gruseligen Bemalungen, die abschrecken sollten. Außerdem glaubten die Kelten, dass sie so von den Toten nicht erkannt werden. Heute kann man das Samhain-Fest des Glasnevin Museums in Dublin besuchen, um zu sehen wie die Kelten den Beginn des dunklen Halbjahres feierten.

Zudem symbolisiert das Fest die letzte Ernte, bei der der Sommer und somit das helle Halbjahr mit einem Feuer verabschiedet und das dunkle Halbjahr begrüßt wird. In dem Feuer, welches von einem Druiden gesegnet und von der Dorfgemeinschaft entfacht wurde, befanden sich Viehknochen. Jede Familie entzündete aus dem Knochenfeuer ein weiteres Feuer in ihren Häusern. Dies sollte die Dorfgemeinschaft stärken.

Ein Lagerfeuer brennt auf einem Hütgel