Archiv für den Monat: August 2016

Drei Kerzen sind bei Sonnenuntergang am Strand aufgestellt

Feuerbestattung – Asche zu Asche

Asche zu Asche

Uns ist aufgefallen, dass in den letzten Jahren die Zahl der Feuerbestattungen stark zugenommen hat. Das ist ein guter Grund für mich, dazu ein paar Worte zu verlieren: Die Feuerbestattung ist eine der ältesten Bestattungsarten, die bis heute in vielen Regionen der Welt praktiziert wird. Im Christentum wurde sie lange abgelehnt, weil sie der Vorstellung der leiblichen Auferstehung – wie es im Glaubensbekenntnis steht – zuwiderläuft. Erst seit 1963 gestatten gläubige Katholiken offiziell die Wahl zwischen einer Erd- und einer Feuerbestattung.

Ein Herz aus Holz zurecht gelegt

Es gibt viele Möglichkeiten eine Urne beizusetzen

Die Zustimmung der Kirche ist sicher nicht der Grund, warum Feuerbestattungen immer beliebter werden. Manchmal ist es eine Kostenfrage – manchmal liegt es daran, dass sich die Angehörigen nicht regelmäßig um die Grabpflege kümmern können. Heutzutage wohnen viele Familien nicht mehr in der gleichen Stadt. Ich persönlich bemerke auch, dass sich die Trauerkultur insgesamt wandelt. Das Grab, als Ort des Erinnerns verliert an Bedeutung. Immer mehr Menschen entscheiden sich für Baum- oder Seebestattungen. Bei der Seebestattung wird die Urne im Meer beigesetzt, wo sie sich innerhalb weniger Stunden auflöst. Entscheidet man sich für die Baumbestattung, wird die Urne z.B. in einem Friedwald im Wurzelbereich eines Baumes in die Erde gelassen. Eine neue, beliebte Art der Feuerbestattung ist die Diamantbestattung. Ein Teil der Asche wird zu einem künstlichen Diamanten gepresst, der als persönliches Erinnerungsstück aufbewahrt oder als Schmuckstück getragen wird. Trotz der vielen individuellen Möglichkeiten entscheiden sich aber immer noch viele Menschen, für ein klassisches Urnengrab oder ein Kolumbarium.

Der Ablauf einer Feuerbestattung

Im Falle einer Feuerbestattung ist der Zeitraum zwischen dem Tod und der Beisetzung aufgrund der Kremation etwas länger als bei einer klassischen Erdbestattung. Während der Kremation darf der Verstorbene eigene Sterbekleidung tragen, die aber nicht aus Kunststoff sein sollte. Da in Deutschland die Sargpflicht besteht, ist es nicht möglich Verstorbene ohne Sarg einzuäschern. Der Sarg dient dabei als Brennmaterial, soll aber auch die Pietät gegenüber dem Toten wahren. Die Trauerfeier kann vor der Einäscherung am Sarg stattfinden oder danach an der Urne. Einige Angehörige entscheiden sich dafür, den Verstorbenen am Sarg zusammen mit Verwandten, Freunden und Bekannten zu verabschieden, die Urne aber im engsten Kreis beizusetzen.

Feuerbestattung – die günstige Alternative?

Wenn es um die Bestattung eines lieben Menschen geht, redet niemand gerne über Geld. Ich würde es an dieser Stelle gerne dennoch tun, einfach um umfassend zu informieren: Der Preis für eine Feuerbestattung liegt in der Regel unter dem einer Erdbestattung. Denn meist wird bei einer Einäscherung ein eher günstiger Sarg gewählt, der ausschließlich aus Holz besteht – also keine Nägel oder Beschläge hat. Außerdem sind die Gebühren für Urnengräber niedriger, weil sie viel kleiner sind. Wird die Urne auf See beigesetzt, fallen Kosten für die Reederei an.

Übrigens bieten wir vom Hamburger Bestattungsinstitut alle erwähnten Bestattungsarten an. Sollten Sie mehr dazu erfahren wollen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Eine jüngere und eine ältere Hand berühren die rote Rose

Tipps für einen positiven Umgang mit dem Tod

Buchempfehlung „Die sieben Geheimnisse des guten Sterbens – Erfahrungen einer Palliativschwester“ von Dorothea Mihm, Annette Bopp

Wenn wir Bestatter uns etwas wünschen könnten, dann wäre es ein neuer, angstfreier Umgang mit dem Tod. Natürlich ist es unendlich traurig, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Aber wir wissen, dass der Abschied sehr viel leichter ist – für die Hinterbliebenen und den Sterbenden – wenn man dem Tod angstfrei und friedvoll begegnen kann. Deshalb möchte ich gerne ein Buch empfehlen, das von einem neuen, hoffnungsvollen Umgang mit dem Tod berichtet und den Lesern verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit das Leben sogar bereichert. Geschrieben wurde das Buch von Dorothea Mihm, die als Coach, Heilpraktikerin und in der spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) arbeitet und der Medizinjournalistin Annette Bopp.

Bücher liegen auf einem Stapel während ein Notizbuch daneben aufgeschlagen ist

Dorothea Mihm hat durch ihren engen Kontakt mit Sterbenden sieben Geheimnisse identifiziert, die ihrer Meinung nach zu einem positiven Umgang mit dem Tod führen. Diese Geheimnisse beschreibt sie in ihrem Buch.

1. Geheimnis: Der Tod gehört zum Leben

Wer sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst ist und den Tod als natürlichen Teil des Lebens akzeptiert, der muss keine Angst mehr vor dem Tod haben.

2. Geheimnis: Innere Hindernisse überwinden

Wer alles loslässt – geliebte Menschen, Gegenstände, Besitz, die eigene Gesundheit und das eigene Leben – kann sich dem natürlichen Prozess des Sterbens hingeben.

3. Geheimnis: Das Sterben verstehen

Es hilft Sterbenden und den Begleitern zu wissen, dass sich die Menschen im Angesicht des Todes in einem Zwischenreich befinden. Sie sind nicht mehr richtig da, aber auch noch nicht weg.

4. Geheimnis: Über den Körper die Seele erreichen

Berührungen helfen dem Sterbenden. Sie machen ihm die eigene Körperlichkeit bewusst.

5. Geheimnis: Entwicklung hat keine Grenzen

Alle Menschen sind in ihren letzten Tagen oder Stunden empfänglich für Spirituelles. Das gehört zu dem Entwicklungsprozess, den Sterbende durchlaufen.

6. Geheimnis: Das Lassen lernen

Es ist gut, wenn Sterbende erkennen, dass sie Zuflucht, Schutz, Sicherheit und Heimat am zuverlässigsten in sich selbst finden. Dann können sie besser loslassen.

7. Geheimnis: Die Liebe finden

Mit dem Sterben kommt die Erkenntnis, dass die wahre, tiefe Liebe weit über den Tod hinausreicht. Liebe und Tod gehören zusammen – genau wie Leben und Tod.

Schwarz-weiß Bild auf dem ein Kind und eine Blume zu sehen sind

Kinder und Beerdigungen

Beerdigungen – mit oder ohne Kinder?

Sollen Kinder mit zu Beerdigungen gehen? Ehrlich gesagt, das ist keine leicht zu beantwortende Frage – denn eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Es kommt auf die Umstände und vor allem auf das Kind an.

Fangen wir mal mit dem Alter der Kinder an:

Säuglinge und Kleinkinder bis etwa drei Jahre können den Sinn einer Beerdigung meist noch nicht erfassen. Wenn sie also zu einer Beerdigung mitgenommen werden, belastet sie das psychisch nicht. Die Eltern sollten nur darüber nachdenken, ob es die anwesenden Trauergäste eventuell stören könnte, wenn ein Säugling schreit oder ein Kleinkind unruhig ist. Ich und meine Kollegen finden es schön, wenn Kinder bei Beerdigungen dabei sind, denn auch sie symbolisieren den ewigen Kreislauf von Geburt und Tod. Was könnte tröstlicher sein?

Kinder ab vier Jahren sollten bei Beerdigungen nicht ausgeschlossen werden, denn sie sind bereits in der Lage zu verstehen, dass der Tod zum Leben gehört. Außerdem haben sie meist einen sehr natürlichen und unverstellten Umgang mit dem Tod und verarbeiten das Ereignis sehr viel besser als Erwachsene.

Kinder laufen umarmt einen Weg entlang

Deshalb sollen Kinder zu Beerdigungen gehen – oder eben nicht:

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist das auch für Kinder sehr traurig. Bewusstes Abschied-nehmen hilft ihnen, die Trauer besser zu verarbeiten. Außerdem ist es generell sinnvoll, wenn sie eine gesunde Trauerkultur erleben.

Allerdings sollte man Kinder auch wirklich nur zu Beerdigung von Menschen mitnehmen, die sie gekannt haben und zu denen sie eine Beziehung hatten.

Plötzliche Todesfälle, durch Unfälle oder andere tragische Umstände, können für Kinder sehr verwirrend sein, weil sie nicht in der natürlichen Abfolge von Leben und Tod passieren. In diesen Fällen sollten Eltern gut überlegen, ob die Beerdigung dem Nachwuchs eher hilft oder belastend ist.

Was Eltern generell beachten sollten:

Vorbereitung ist wichtig. Es hilft Kindern, wenn sie wissen, was sie erwartet – sonst könnten sie z.B. die schwarze Kleidung oder weinende Erwachsene verunsichern.
Außerdem ist es sinnvoll, Kinder in die Zeremonie mit einzubeziehen. Kleine Aufgaben lenken die Kleinen ein wenig ab und sorgen dafür, dass ihnen nicht langweilig wird. Kinder können z.B.: Bilder malen, die ins Grab gelegt werden oder Blumengestecke basteln.

Sollten die Eltern merken, dass es dem Kind doch zu viel wird, können sie zusammen die Kapelle oder den Friedhof verlassen.

Nach der Beerdigung sollten die Eltern Gesprächsbereitschaft signalisieren. Eventuell hat das Kind Fragen zum Thema Tod und Sterben. Oder es möchte sich an den Verstorbenen erinnern und noch einmal über gemeinsame Erlebnisse sprechen. Das sollte auf keinen Fall unterdrückt werden, denn das könnten die Kinder verunsichern und bewirken, dass sie Tod und Trauer als Tabuthemen einordnen.