Buddha

Bestattungen weltweit – in den fernen Osten

Trauer für ein ganzes Jahr

Unsere Welt ist vielfältig und so sind unsere Glaubensausrichtungen – die größten sind der Islam, das Christentum, das Judentum, der Buddhismus und der Hinduismus. Über die Bestattungsrituale im Judentum und Islam haben wir euch bereits berichtet. In diesem Beitrag geht es um den Buddhismus.

Pagoden

Der Buddhismus kennt viele verschiedene Bestattungsrituale. Sie variieren von Land zu Land. Im Kern werden aber alle buddhistischen Bestattungszeremonien von dem Glauben bestimmt, dass der menschliche Körper nur ein Werkzeug für den Geist ist. Im Moment des Todes trennt sich das Bewusstsein von dem alten Körper und bindet sich an einen neuen. Der tote Leib hat keine Funktion mehr und kann nach drei Tagen verbrannt werden. Aus der Asche werden die Knochen geborgen, um sie in Pagoden, turmartige, mehrgeschossige Gebäude, zu bestatten.

Die Trauerzeit zieht sich über zwölf Monate, in denen immer wieder nach genau festgelegten Regeln an den Verstorbenen erinnert wird. Die Angehörigen beten und spenden Almosen, denn gute Taten sollen sich auf den Verstorbenen übertragen und dessen Wiedergeburt positiv beeinflussen. Mönche predigen und lesen aus den Reden Buddhas vor. Zum Jahrestag des Todes wird ein Fest veranstaltet.

Ein Mädchen und ein Junge sitzen auf einem Sofa, mit einem Hund zwischen sich liegend.

Buchtipp für Kinder – Abschied nehmen

Die Erinnerung lebt für immer

In unserem ersten Blogbeitrag zum Thema „Buchtipp für Kinder“ haben wir bereits ein Buch vorgestellt, dass den Kindern die Angst vor dem Tod nehmen soll.
Heute möchten wir euch ein Buch für Kinder vorstellen, welches aufzeigt wie sehr der Tod zum Leben dazu gehört und verdeutlich wie wichtig Erinnerung ist.

Leb Wohl kleiner Dachs - Buchcover

Leb wohl, lieber Dachs

Das Bilderbuch „Leb wohl, lieber Dachs“, hat Susan Varley ist für Kinder von vier bis sechs Jahren geschrieben. Die Hauptperson in dieser Erzählung ist ein sehr alter Dachs, der weiß, dass er bald sterben wird. Er blickt auf ein wunderbares, erfülltes Leben zurück. Der Dachs beobachtet seine Freunde, die auf dem Berg herumtollen und er möchte gerne mitmachen. Doch die alten Beine lassen dies nicht zu. Er macht sich viele Gedanken um seine Freunde, denn auch wenn er keine Angst vor dem Tod hat, weiß er nicht, wie seine Freunde damit umgehen werden, wenn er nicht mehr unter ihnen ist. Abends setzt er sich in seinem Bau zur Ruhe, isst zu Abend, schreibt noch einen Brief, macht es sich im Schaukelstuhl vor dem Feuer gemütlich, schläft ein und träumt.

Als seine Freunde nach ihm am nächsten Morgen schauen, weil er noch nicht aus seinem Bau gekommen ist und stellten fest, dass der Dachs gestorben ist.
Die Tiere sind alle sehr betrübt und traurig, dass der Dachs nicht mehr da ist. Der Winter kommt und es beginnt zu schneien – nur die Traurigkeit kann der Schnee nicht überdecken. Es ist nicht einfach für die Tiere mit dem Verlust umzugehen. Als der Frühling kommt, verbringen die Freunde des Dachs wieder viel Zeit miteinander und beginnen von ihren Erinnerungen an den Dachs zu erzählen. Was sie von ihm alles gelernt haben – einen Krawattenknoten zu binden, ein Muster aus Papier zu schneiden oder wie man ein Lebkuchenkaninchen backt. Dies können sie nun an die nächste Generation weitergegeben und mit dem letzten Schnee ist auch die letzte Traurigkeit vorbei.

Die Erzählung zeigt liebevoll auf, dass Traurigkeit nach dem Verlust eines Menschen sehr groß sein kann und dass es auch hilft mit jemanden darüber zu sprechen. Zudem gibt es Kindern, aber auch Erwachsenen, die Möglichkeit sich in die Tiere hineinzuversetzen und ihre Gefühlswelt zu verstehen. Die Erzählung macht zudem deutlich, dass die Erinnerung an einen Menschen oder auch an das geliebte Haustier, nicht mit ihm stirbt, sondern für immer weiterlebt.

Gelbe Blüten am Strauch.

Bestattungen weltweit – die Reise geht weiter

Die Verabschiedung der Toten im Islam

In unserer Serie „Bestattungen weltweit“ haben wir bereits einen Blick auf das Bestattungsritual im Judentum berichtet. Heute möchten wir euch zeigen, wie die Moslems Abschied von ihren Toten nehmen und sie beerdigen.

Auch im Islam ist es üblich, die Verstorbenen möglichst noch am selben Tag zu beerdigen. Da die Moslems vollständig vor Allah treten sollen, ist eine Feuerbestattung nicht üblich. Mekka

Traditionell wird der Leichnam in ein Leichentuch gewickelt und so zum Grab getragen, wo er direkt in die Erde gelegt wird. Der Kopf soll Richtung Mekka zeigen, zur heiligen Stadt derMuslime. Dann wird das Grab mit Erde aufgefüllt, während Koranverse und religiöse Belehrungen gesprochen werden. Auch im Islam herrscht die ewige Grabruhe – Gräber werden weder weitergegeben noch aufgelöst.

Übrigens ist die Bestattung ohne Sarg in Deutschland häufig nicht erlaubt, weshalb sich streng gläubige Muslime oft nicht hier beerdigen lassen. Nur wenige Friedhöfe bieten die Möglichkeit an sich nach islamischen Brauch bestatten zu lassen. Hierzu gehören der Friedhof Öjendorf , aber auch der Friedhof Ohlsdorf, die dies ermöglichen.

Die Trauerzeit dauert im Islam bis zu 40 Tage und wird mit einem gemeinsamen Essen der Familie und einem Besuch am Grab beendet. In der dreitägigen Trauerzeit direkt nach der Beerdigung kommen Nachbarn, Freunde und Bekannte zu der Familie des Verstorbenen, um dort für ihn zu beten.