Ein Wkingerlangschiff wird im Rahmen des Up Helly Aa verbrannt.

Totenfeste weltweit – auf zu den Shetland-Inseln

Up Helly Aa Fire Festival – feiern wie die Wikinger

In unserer Serie Totenfeste weltweit befinden wir uns wieder in Europa, wo wir euch in diesem Blogbeitrag das Up Helly Aa Fire Festival vorstellen möchten, ein Fest der Wikinger.

Fackellauflauf im Rahmend es Up Helly Aa Festivals.

Immer am letzten Dienstag im Januar verkleiden sich die Bewohner der Shetland-Inseln und feiern Up Helly Aa, ein Fest welches seinen Ursprung im 19. Jahrhundert hat. Schon Monate vorher beginnen die Vorbereitungen für dieses traditionelle Fest mit dem Bau eines prächtigen Wikinger-Langschiffs. Wenn dann am Tag von Up Helly Aa die Sonne untergeht, werden die Straßenlaternen von Lerwick gelöscht und statt dessen Fackeln entzündet. Unter stimmungsvollem Schlachtgesang ziehen tausende als Wikinger verkleidete Menschen das Schiff, mit dem darauf thronenden Jarl (Graf), zum Wasser. Hier wird es, wie es in einem nordischen Begräbnis der Wikinger üblich war, den Flammen geopfert.

Das stimmungsvolle Up Helly Aa ist das größte Festival der Shetland-Inseln – nicht nur für Wikinger-Fans ein tolles Erlebnis! Es wird jährlich in Lerwick, der größten Stadt der Inseln, gefeiert.

Eine Bank steht unter einem blühenden Kirschbaum an einem sonnigen Tag.

Friedhöfe in Europa – Ein Besuch in Leipzig

Leipzig – ein Friedhof und seine Stadt

Für uns gehört Leipzig zu den schönsten Städten Deutschlands: Gründerzeitbauten und Jugendstilhäuser soweit das Auge reicht. In keiner anderen Stadt gibt es so viele durchgängig erhaltene Altbauviertel. Und in der selben Zeit, in der die schönen Gebäude entstanden sind, die heute das Bild Leipzigs prägen, wurde auch der Leipziger Südfriedhof angelegt. Für uns zählt er neben dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf zu den schönsten Friedhöfen überhaupt.

Das Mausoleum auf dem Leipziger Südfriedhof.

Der Südfriedhof: großer Park mit Geschichte

Am 1. Juni 1886 wurde der Leipziger Südfriedhof durch den damaligen Bürgermeister Carl Bruno Tröndlin eröffnet – und war zunächst nicht sonderlich beliebt. Die Leipziger zogen für Beisetzungen den Neuen Johannisfriedhof vor. Das änderte sich erst, als die Bäume auf dem Südfriedhof größer wurden, so dass man erkennen konnte, dass hier ein Parkfriedhof angelegt worden war. 1913 wurde in direkter Nachbarschaft des Friedhofs das Völkerschlachtdenkmal erbaut, das an die große Schlacht gegen Napoleons Truppen von 1813 erinnert. Bis 1924 musste der Südfriedhof auf 63 Hektar erweitert werden. Heute ist er mit einer Fläche von 82 Hektar einer der größten Parkfriedhöfe Deutschlands. Die Grünflächen bilden ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. So findet man z.B. am Westeingang zwei unter Naturschutz stehende Glatthaferwiesen.

Auf dem Leipziger Südfriedhof befinden sich Gräber von bedeutsamen Leipziger Persönlichkeiten, wie der Verlegerfamilien Baedecker und Ullstein. Auch die 3.474 Opfer der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg fanden hier ihre letzte Ruhe.

Die Kapellenanlage auf dem Leipziger Südfriedhof spiegelt sich im Teich.

Die Kapellenanlage

1910 wurde die Kapellenanlage, mit ihrem weithin sichtbaren 60 Meter hohen Glockenturm, eröffnet. Der Leipziger Baumeister Otto Wilhelm Scharenberg war für die Errichtung des neoromantischen Gebäudeensembles zuständig. Die im romantischen Stil gebaute Klosteranlage Maria Laach in der Eifel diente dabei als Vorbild. Der Komplex aus Kappellenanlage, Krematorium und Kolumbarium gilt als größtes Friedhofsbauwerk Deutschlands – und fügt sich doch eher unauffällig in das Gesamtbild ein.
In den 1990er Jahren wurde das Bauwerk instand gesetzt: 1996 rekonstruierte man die Hauptkappelle und im Zuge dessen erfolgte auch die Neuausmalung des Chorraumes nach historischen Vorlagen. 1998 wurde die Einäscherungsanlage erneuert und schließlich das Kolumbarium renoviert, das am 125. Jahrestag der Friedhofseröffnung wieder in Benutzung genommen wurde. Das war im Juni 2011.

Wer also Leipzig besucht und sich an den schönen Vierteln der Gründerzeit erfreut, die alten Arbeiterviertel sowie die herausgeputzte Innenstadt besucht und natürlich auch einen Abstecher zum Völkerschlachtdenkmal macht, sollte den Leipziger Südfriedhof nicht vergessen. Ein schöner, ruhiger Ort.

Die strahlende Sonne wird von leichten Wolken überdeckt.

Kinderbuchtipp: Der Himmel soll warten

Der Himmel soll warten

Der Verlust eines geliebten Menschen ist nicht nur für Erwachsene sehr schwer zu begreifen und zu verstehen, sondern auch für Kinder. Zudem geht jeder anders mit dem Gefühl der Trauer um – Verzweiflung, Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit, aber auch Wut.

Buchcover von Der Himmel soll warten, geschrieben von Katja Henkel

In dem Buch „Der Himmel soll warten“, geschrieben von Katja Henkel, geht es um die Kinder Julian und Greta, die ihre Großmutter Omalotte verloren haben. Nach dem Tod ihres Vater vier Jahre zuvor, war Omalotte zu einer festen Ansprechpartnerin für die Kinder geworden. Sie lebte mit ihnen zusammen bei ihrer Mutter und hat sich täglich mit um sie gekümmert. Nun ist Omalotte gestorben! Eine Tatsache die sie nicht akzeptieren wollen. Zudem ist noch ein neuer Mann in das Leben ihrer Mutter getreten ist, den sie nicht mögen wollen. Dieser es auch nicht mit coolen Sprüchen schafft, einen Zugang zu den beiden Kindern zu bekommen.

Das Buch beschreibt die Situation der beiden Kinder Julian und Greta, die aus lauter Verzweiflung anfangen sich daneben zu benehmen. So erhoffen sie sich, dass die Großmutter wieder vom Himmel herunterkommt. Sie gehen sogar einen Schwur ein, dass sie die Oma wieder zurück holen. Omalotte befindet sich derweil bereits in der Zwischenwelt und beobachtet das Treiben mit sorgenvollen Blicken. An ihrer Seite der Engel Gustav, der sie eigentlich in den Himmel bringen soll. Doch sie kann noch nicht weiter gehen. Ihr sind aber die Hände gebunden und es gibt keinen Weg für sie zurück zur Erde, um ihren Enkelkindern zur Hilfe zu kommen. Nicht nur Omalotte ist verzweifelt, auch die Erwachsenen sind verzweifelt. Sie wissen nicht was sie noch tun sollen, um den Kinder in ihrer Trauer zu helfen.

Die Lage wird ernst, als Julian und Greta sich an einem winterkalten Abend verlaufen und einschlafen. Daraufhin schickt Gustav den Beiden einen Traum, in dem Omalotte sie küsst. Nur hat dies einen unerwünschten Effekt. Die Kinder denken, dass die Oma noch ganz nah bei Ihnen ist und beschließen, dass die einzige Möglichkeit sie wiederzusehen, ist, dass Julian stirbt. Er stellt sich mit seiner Erkältung auf den Balkon und lässt sich den eiskalten Wind um die Nase wehen. Greta wird mulmig zu Mute und sie vertraut sich dem neuen Freund ihrer Mutter an, zu dem sie über den Zeitraum doch Vertrauen gefasst hat und rettet so ihren Bruder.

Dieses Kinderbuch gibt sehr gut wieder, wie schwer es sein kann, den Verlust eines geliebten Menschen zu akzeptieren – vor allem auch für Kinder, selbst wenn diese bereits Erfahrungen mit dem Tod machen mussten.